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Impfung gegen RSV ab 75 Jahren und werdende Mütter

Die Impfung gegen RSV, ein Virus das schwere Atemwegserkrankungen auslösen kann, wird für alle Menschen ab 75 Jahren (ab 60 Jahren bei bestimmten Vorerkrankungen) von der STIKO empfohlen und von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch werdende Mütter können mit einer Impfung in der Schwangerschaft ihr Neugeborenes vor einer schweren Erkrankung schützen. Hier steht die STIKO-Empfehlung noch aus, einige Krankenkassen erstatten die Impfung dennoch.

Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV)

Das Respiratorische Synzytial-Virus ist ein überwiegend saisonal auftretendes, weltweit verbreitetes und hochansteckendes Virus, das die oberen und unteren Atemwege befällt. Die Übertragung von RSV erfolgt in der Regel durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Eine Ansteckung ist in jedem Alter möglich und kann sich während des gesamten Lebens wiederholen. In Deutschland tritt RSV, ähnlich wie die Grippe (Influenza), vermehrt in den Wintermonaten auf. Bei Erwachsenen ohne Vorerkrankungen verläuft eine RSV-Infektion oft ohne erkennbare oder nur mit leichten Symptomen, ähnlich einer Erkältung

Personen ≥ 75 Jahre bzw. ≥ 60 Jahre mit bestimmten Grunderkrankungen (chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane, Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen, chronischen neurologischen und neuromuskulären Erkrankungen, hämato-onkologischen Erkrankungen, Diabetes mellitus mit Komplikationen, angeborener oder erworbener Immunschwäche) haben ein erhöhtes Risiko, schwer an RSV-bedingten Atemwegsinfekten zu erkranken und dadurch bedingt im Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt zu werden oder zu versterben.

Auch bei Säugligen und Kleinkindern besteht ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe.

Impfung für Erwachsene

Um das Risiko für einen schweren Verlauf zu minimieren, gibt es die Möglichkeit einer RSV-Impfung.  Auch für Schwangere steht, zum passiven Schutz von Neugeborenen und Säuglingen bis zum Alter von sechs Monaten, eine Impfung zur Verfügung. Im Körper der Schwangeren bilden sich durch die Impfung Antikörper, die über die Plazenta auf den Fötus übergehen (wird zurzeit noch nicht von allen Krankenkassen übernommen)

Wie läuft`s?

  • Einmalige Impfung zu Beginn der Saison (September/Oktober)
  • In der Schwangerschaft wird zwischen der 24. und 36. Schwangerschaftswoche geimpft

Immunisierung für Säuglinge

Für Säuglinge und Neugeborene gibt es die Möglichkeit einer passiven Immunisierung. Dabei handelt es sich nicht um eine Impfung im klassischen Sinne. Die Babys erhalten einmalig Antikörper, die das Risiko für schwere Erkrankungsverläufe ebenfalls minimieren können. Die Wirkung hält in der Regel für eine Saison.

Wie läuft`s?

  • Für alle Säuglinge, die zwischen April und September geboren sind, empfiehlt die STIKO die RSV-Prophylaxe im Herbst vor Beginn ihrer ersten RSV-Saison (zwischen September und November).
  • Neugeborene, die während der RSV-Saison (meist zwischen Oktober und März) geboren werden, sollen die RSV-Prophylaxe möglichst rasch nach der Geburt bekommen – idealerweise bei Entlassung aus der Geburtseinrichtung bzw. bei der U2 (3. bis 10. Lebenstag).
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